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Kurzinfo
 In der Tiefe der Nacht
von James Ellroy
ISBN: 978-3866674271






25. Juli 2007

Miriam Hofheinz empfiehlt:
Düstere Einsichten

 
Ich muss gestehen, dass ich noch nie etwas von Ellroy gelesen noch gesehen habe.  »L.A. Confidental«  L.A. Confidential. Stadt der Teufel steht aber ganz oben auf meiner DVD-Liste. Nun hab ich zumindest etwas von Ellroy gehört: »In der Tiefe der Nacht«.

Lloyd Hopkins ist ein Cop in der Central Devision im L.A. der 80er Jahre mit recht zweifelhaften Ruf. Tolle Aufklärungsrate, zweifelhafte Methoden am Rande der Legalität. Sein aktueller Fall: ein Dreifach-Mord in einem Lebensmittelladen. Kennzeichen: besondere Brutalität und Kugeln aus einer historischen Waffe. Nebenbei untersucht er auch noch das Verschwinden eines Cops der Undercover für das Drogendezanat gearbeitet hat. Soweit nichts neues.

Die beiden offensichtlich unabhängigen Fälle bewegen sich im Laufe der Ermittlungen immer weiter aufeinander zu, bis sich Lloyd Hopkins in einem Sumpf der Manipulation befindet und er es mit einem scheinbar übermächtigen und unfehlbaren Gegner zu tun hat.

Ein sehr düsterer Krimi. Lloyd Hopkins ist das typische Klische eines Cops: Seine Frau hat ihn wegen seines Jobs verlassen, er hört selten auf seine Vorgesetzten, und am liebsten erbeitet er allein. Sein Widersacher ist Dr. John Havilland, ein Psychologe, der sich seine eigene Welt mit Sklaven geschaffen hat, die er wie Marionetten nach seinen Wünschen agieren lässt. Ellroy beschäftigt sich sehr mit der Psyche seiner Protagonisten, was nicht immer leichte Kost ist. Für mich aber das gewisse Etwas, das diesen Krimi ausmacht. Wer düstere Bücher/Krimis mag, komm hier bestimmt auf seine Kosten.

Und zur Lesung: Das Hörbuch ist bei Radioropa erschienen, die sich sich vor allem durch recht günstige Hörbücher auszeichnen. Ich war also auch nicht erstaunt, dass mir der Sprecher unbekannt war. Sehr gefreut hat mich, dass den acht Audio CDs eine mp3-CD mit dem kompletten Hörbuch beilag. Perfekt! Der Sprecher gehört mit Sicherheit nicht zu den Top-50-Sprechern. Je länger eine Aufnahe geht, desto schneller und nuscheliger spricht er. Schnitte sind eindeutig zu hören, da sich die Tonlage unterscheidet. Obwohl ich Vielhörer bin, hat mich das nicht gestört, da mir die raue Stimme an sich sehr gut gefallen hat und das nuschelige und nicht perfekte auch wunderbar zum Roman gepasst hat.

Wer nur »schöne« Krimis und »perfekte« Lesungen mag, für den ist »In der Tiefe der Nacht« nichts. Allen (wie ich), die es gern etwas düsterer und dadurch vielleicht authentischer haben, wird die Lesung sicherlich gefallen.

 Miriam Hofheinz